Kreativ-Wirtschafts-Zentrum C-Hub

Neubau eines Bürogebäudes und eines Galeriegebäudes mit Restaurant

Die Stadt Mannheim hat in der Hafenstrasse 7 am Neckar in Mannheim den Neubau für ein Kreativ-Wirtschafts-Zentrum errichtet, mit einem Bürogebäude für Start-Ups und einem Galeriegebäude mit Restaurant und einem über dem Neckar auskragenden Steg für Außenbewirtschaftung im Sommer. Beide Gebäude sind über einen Verbindungsgang im UG miteinander verbunden. Auf Grund der exponierten Lage am Neckarkanal mit einem max. Hochwasserstand bei OK Erdgeschoßboden ist es notwendig, das gesamte Untergeschoß wasserdicht als „Weiße Wanne“ mit hochwertiger Nutzung (Technikräume, Archivkeller, WC, Umkleide- und Lagerräume für das Restaurant) mit entsprechenden Anforderungen an die Dichtigkeit auszuführen. Die unmittelbare Lage am Neckar machte auch eine Gründung der Gebäude über Pfähle notwendig, die zur Auftriebssicherung der Gebäude bei Hochwasser im Endzustand (Galerie) bzw. Bauzustand (Büro) herangezogen wurden.

 

Das Bürogebäude (7 Geschosse, Nutzfläche 3341 m2) mit Grundrissabmessungen von 21,6x32,9 m ist als Stahlbetonskelettbau mit aussteifenden Wandscheiben (Sichtbetonqualität) und Unterzugsdecken mit Bauteilaktivierung erstellt. Das gesamte Gebäude ist durch eine außen liegende fugenlose, mit eingefärbten Beton erstellte Sichtbetonfassade (vertikale Stützen und horizontale Riegel) umschlossen, die lediglich durch verschiebbare Anker in Deckenhöhe horizontal am Gebäude gehalten wird. Der Anspruch an dieses räumliche fugenlose Sichtbeton- Fassadengerüst und deren horizontalen Anschlüsse an die Decken stellte hohe Anforderung an die Bemessung, Betontechnologie und Ausführung um die auftretenden Verformungen aus Kriech- und Schwindverformungen sowie Temperaturbeanspruchungen sicher zu beherrschen.

 

Das Galeriegebäude (3 Geschosse, Nutzfläche 943 m2) mit Grundrissabmessungen von 18,7x33,0 m ist ebenfalls als Stahlbetonskelett ausgeführt. Das als Galerie genutzte Obergeschoss wird mit ca. 18,3 m weit gespannten Stahlbetonbindern im Abstand von 4,0 m frei überspannt um ausreichend freie Ausstellungsfläche zu erhalten.

An sämtliche im Endzustand sichtbaren Betonflächen der Wände, Decken und Unterzüge wurden hohe Ansprüche an die Sichtbetonqualität gestellt.

Als Giebelwände wurden zwei unter Denkmalschutz stehende Mauerwerkswände eines vorher abgerissenen Lagergebäudes erhalten, die beim Neubau als Vormauerschale mit Kerndämmung  mit der neuen Konstruktion statisch und konstruktiv verbunden wurden und somit als Fassaden den ursprünglichen Eindruck der Industriearchitektur im Hafengebiet zeigen sollen.

Die übrigen Fassaden wurden hier als großflächige, in gefärbtem Ortbeton erstellte, fugenlose Sichtbetonfassaden hergestellt und mit speziellen, entsprechend dimensionierten Fassadenkonsolankern an den tragenden Ortbetonbauteilen des Gebäudes möglichst zwängungsfrei aufgehängt. Auch hier sind hohe Anforderungen an Statik, Betontechnologie und Ausführungsqualität gestellt und erfüllt worden.

Erhielt den Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2016:

Hugo Häring Preis

Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2016

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