Diakoniekrankenhaus Diakovere gGmbH Henriettenstift, Hannover

Erweiterung Funktionsneubau und Sanierung des Bestandes am Standort Marienstraße

Am Standort der Henriettenstiftung in Hannover wurde im Garten ein 6-geschossiger Erweiterungsbau als Funktionsneubau mit Anbindung an den Bestand über eine Verbindungsbrücke erstellt.
Der Neubau hat eine Abmessung L x B x H von 46 m x 38 m x 22 m. Das als Gartengeschoss bezeichnete Untergeschoss ist ca. 1,40 m tief in das Gelände eingelassen.
Im Gartengeschoss ist neben Teilen der Technik die Zentralsterilisation untergebracht. Im Erdgeschoss befinden sich Behandlungs- und Dienstzimmer, im 1. und 2. Obergeschoss Patientenzimmer, im 3. Obergeschoss sechs OP-Säle mit den notwendigen Nebenräumen und im 4. Obergeschoss die Technikzentrale. Um den baurechtlichen Anforderungen an die Gebäudehöhe gerecht zu werden, muss der Fußbodenbereich in der zurückgesetzten Technikzentrale um 60 cm abgesenkt und die Stahlbaudachkonstruktion derselben in mehreren Stufen abgetreppt werden. Im 2. und 3. Obergeschoss erfolgt die Anbindung an das Bestandsgebäude mittels einer zweigeschossigen, über 23 m frei gespannten Stahl-Verbindungsbrücke.

Konstruktion des Neubaus

Der Neubau wird als Stahlbetonskelettbau errichtet. Die Lastabtragung erfolgt über 28 bis 30 cm starke Stahlbetonflachdecken in die Stahlbetoninnenstützen und die Stahlbetonlochfassaden. Die Innenstützenquerschnitte sind über die Geschosse abgestuft.

Die Nutzlasten betragen je nach Nutzung 4,0 bis 10,0 kN/m².

Die vorhandenen Treppenhäuser und Installationsschächte werden zur Aussteifung herangezogen, die Aussteifung des Technikgeschosses erfolgt über die aus dem 3. Obergeschoss auskragenden Innenstützen. Die Dachkonstruktion des Technikgeschosses wird als Stahltragwerk mit Trapezblecheindeckung und gedämmten Stahl-Außenwandelementen erstellt.

Die Gründung erfolgt über Einzel- und Streifenfundamente sowie partiell tragender Bodenplatte in den anstehenden Baugrund, der mittels „tiefer Bodenvermörtelung“ mit Vermörtelungssäulen von ca. 80 cm Durchmesser vorab ertüchtigt werden muss, um die Lasten in die tragenden Bodenschichten einleiten zu können.

Bis zu 4 m tiefer liegende Bodenschächte werden nach DAfStb-Richtlinie: Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton, Anforderungsklasse B, geplant und ausgeführt.

Konstruktion der Verbindungsbrücke

Im 3. Obergeschoss wird zwischen Alt- und Neubau eine 23 m lange, freitragende Verbindungsbrücke angeordnet. An diese Brücke wird ein Verbindungsgang im 2. Obergeschoss angehängt. Die Verbindungsbrücke wird als Stahlfachwerk mit Stahlbetondecken ausgeführt. Die Spannweiten der Decken sind so gewählt, dass die Decken mit Halbfertigteilen ohne Montageunterstützung ausgeführt werden können.

Der Lastabtrag der Brücke im Altbaubereich erfolgt über nachträglich erstellte Stahlstützen bis ins Kellergeschoss und Tiefgründung über GEWI-Pfähle. Der Lastabtrag im Neubaubereich erfolgt über Kalottenlager auf den neuen Stahlbetonstützen.

Die Stützen zur Abfangung der Verbindungsbrücke im Altbau werden so platziert, dass sie außerhalb des vorhandenen OP-Traktes liegen. Letzterer wurde ca. 1974 vor dem Altbau errichtet. Damals wurde die Außenwand großflächig geöffnet und die dort aufgelagerten Bestandsdecken über einen 1,30 m hohen Stahlbetonüberzug abgefangen.

Mit der Stützenstellung musste zusätzlich auf drei unterschiedliche Deckensysteme im Bestand Rücksicht genommen werden.

  • Gartengeschoss: Massivdecke auf Stahlträgern
  • Erdgeschoss: Kassettendecke mit einbetoniertem Stahlträgerrost
  • 1. und 2. Obergeschoss: Stahlsteindecken System Wenko.

Es ist gelungen, die Stützen so durch die Bestandsdecken zu führen, dass die Tragsysteme der Decken erhalten werden konnten und die Stützen keine Deckenlast erhalten.

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